WISO-Sendung vom 7. März 2011 im ZDF
Der Beitrag "Immer weniger Hebammen" beginnt bei der Zeit 30:04
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Stuttgart/München/Köln (dpa) - Mit einem bundesweiten Protesttag haben mehr als tausend Hebammen vor dem Aus für ihren Berufsstand gewarnt. Auf Spruchbändern hieß es beispielsweise vor dem Kölner Dom “Der Pleitegeier kreist über uns” oder “Früher halfen Hebammen - jetzt brauchen Hebammen Hilfe”.
Im kalten Wind auf dem Stuttgarter Marktplatz warnten sie: Ein durchschnittlicher Stundenlohn von gerade mal 7,54 Euro, zu niedrige Gebühren und dramatisch gestiegene Haftpflichtprämien zwängen immer mehr freiberufliche Hebammen zur Aufgabe. “Die Welt braucht Hebammen - heute mehr denn je” war das Motto des Protests am Internationalen Hebammentag.
Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa forderte die Vorsitzende des Hebammenverbandes Baden-Württemberg, Ulrike Geppert- Orthofer, einen Aufschlag von rund 30 Prozent auf die bisherigen Gebühren - “und selbst dann gehören wir noch nicht zu den Gutverdienern”. Nur wer 60 bis 70 Stunden pro Woche arbeite, könne davon leben. “Und das halten die wenigsten lange durch.”
Nach Angaben des Diakonischen Werks Württemberg erhöhen sich die Beiträge zur Haftpflichtversicherung für freiberufliche Hebammen zum 1. Juli um 55 Prozent. In den letzten 20 Jahren sei diese Versicherungssumme um das Zwanzigfache gestiegen. Gleichzeitig seien Verhandlungen mit den Krankenkassen um höhere Vergütung im März gescheitert, obwohl diese seit 15 Jahren nicht erhöht worden sei.
Zeit Online vom 5. Mai 2010: